Was Pflanzen über ihren Lebensraum und die Umwelteinflüsse berichten
Leitung / Referent Dr. Rainer Wittmann
„Was für ein bezaubernder Anblick diese weite Fläche der Perlengraswiese unter dem frischen Grün der Buchen.“ „Beeindruckend ist die Sicht über Bad Salzuflen hin bis zum Teutoburger Wald hier vom Rand des Steinbruches aus.“ Dies waren Kommentare von Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei einer Exkursion des Heimat- und Verschönerungsvereins am Vierenberg. Neben dem Naturerlebnis konnten die Wanderer mehr über den Zusammenhang von Pflanzenwelt und Umweltvoraussetzungen an verschiedenen Standorten erfahren.
Der flachgründige, trockene Boden des lichten Eichenwaldes oberhalb des Steinbruches bietet nur wenigen Pflanzenarten Lebensraum, da wegen der Trockenheit die Bodenbakterien nicht ausreichend Nitrat remineralisieren können. Zum Beispiel Heidelbeere, Heidekraut, Drahtschmiele und der Halbschmarotzer Wiesenwachtelweizen sind Pflanzenarten, die unter diesen Bedingungen wachsen können. Anders sieht es im bodenfrischen Buchenwald aus, wo an lichten Stellen zum Beispiel Perlgras, Maiglöckchen, Wurmfarn und Winkelsegge zu finden sind. Hier gibt es auf Lössuntergrund humosen Boden und damit hinreichend Feuchtigkeit, so dass Stoffwechselkreisläufe ein anderes Artenspektrum ermöglichen. Informationen über erdgeschichtliche Vorgänge, die Ursache für die Existenz verschiedener Böden sind, ergänzten das Bild.
Interesse fand, dass den Waldpflanzen von Wissenschaftlern Zeigerwerte zugeordnet sind, die die Standorteigenschaften wie Feuchtigkeit, Säuregrad des Bodens, Stickstoffversorgung und Lichtbedarf angeben. Somit kann man auch auf Grund dieser Zeigerwerte einiger Pflanzen den Standort charakterisieren und auf das mögliche Vorkommen anderer Arten schließen. Mit großer Neugier erprobten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anhand einer vorbereiteten Liste und ihrer eigenen Artenkenntnis dieses Verfahren. Ein sonniger Nachmittag, an dem viel Neues zu erfahren war.


