Am 12. September 2025, also abermals kurz vor dem Tag des offenen Denkmals, fand die elfte Verleihung der Rudolf-Günther-Medaille, ausgelobt durch unserer Verein, statt. Preisträger in diesem Jahr ist die Ev.-ref. Kirchengemeinde Bad Salzuflen für ihr Engagement für den Erhalt des alten Pfarrhauses an der unteren Von-Stauffenberg-Straße.
Bei dem Gebäude handelt es sich um ein 1820/21 errichtetes Wohn- und Praxishaus, das als erstes Gebäude außerhalb der Stadtmauern gebaut wurde. Bauherr war kein geringerer als Medizinalrat Dr. Heinrich Hasse, der Begründer des Salzufler Bades. Geboren im schräg gegenüberliegenden heutigen Geschäftshaus Maschke - hier erinnert eine Bronzetafel an Hasse -, kehrte dieser nach seinem Studium in seine Vaterstadt zurück und richtete sich eine eigene Praxis ein, die er dann Jahrzehnte lang im nun ausgezeichneten Haus betrieb.
In seiner Ansprache zur Übergabe der Medaille, die diesmal im Gemeindehaus am Hallenbrink - übrigens ein Bau, für den Rudolf Günther 1928 den Entwurf anfertigte - lobte HVV-Vorsitzender Dr. Stefan Wiesekopsieker die gewaltigen Kosten und Mühen, die die Kirchengemeinde aufgewandt hat, um das Gebäude zu erhalten. Dies sei zunächst nicht unumstritten gewesen, wie auch Martin Hohnhorst, stv. Vorsitzende des Kirchenvorstands, in ihrer Begrüßungsrede hervorhob. Allerdings sei man nun froh, diese Perle erhalten zu haben, die künftig das Gemeindebüro beherbergen wird - außerdem wird im Obergeschoss Wohnraum zur Verfügung stehen.
Die gut besuchte Veranstaltung, zu der neben Vertretern aus Politik und Verwaltung auch mehrere frühere Preisträger sowie zahlreiche Vereinsmitglieder gekommen waren, machte wieder einmal deutlich, wie wichtig der Einsatz des Einzelnen für den Denkmalschutz bzw. den Erhalt der historischen Bausubstanz ist.
Einen erfreulichen Schlusspunkt setzte Udo Voßhenrich, der namens der von ihm gegründeten Bürgerstiftung verkündete, dass die Stiftung in Zukunft die Medaillenverleihung mit einem Preisgeld flankieren wird.




