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10.02.2010 | 06.02.2010 | 30.12.2009 | 29.06.2009 | 31.01.2009 | 26.01.2009 | 09.02.2008 | 06.12.2007 | 07.10.2007
Vorstellung des 5. Heftes der „Bad Salzufler Haus- und Hofgeschichten” des Heimat- und Verschönerungsvereins Bad Salzuflen (HVV)
am 10. Februar 2010
„Wie hat sich unsere Stadt verändert!” – Schötmar in alten Ansichten
Im kleinen Rahmen wurde im Jahre 2006 der 775. Jahrestag seiner Ersterwähnung begangen. Seinerzeit wurden mehrere kulturelle Veranstaltungen durchgeführt, die im Wesentlichen vom Bürgerverein Schötmar, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Schötmar und dem HVV getragen wurden.
Die Kirchengemeinde und der HVV boten zwischen Februar und November 2006 insgesamt neun Vortragsveranstaltungen zu verschiedenen Aspekten der Schötmaraner Geschichte an, denen allesamt ein gewaltiger Erfolg beschieden war; nicht selten wurden deutlich mehr als 120 Zuhörer gezählt! Zum Auftakt hielt Dr. Stefan Wiesekopsieker einen Vortrag, in dem er alte Ansichten Schötmars – zumeist handelte es sich um historische Ansichtskarten – präsentierte. Diese und andere wurden dann mit einem erläuternden Text ab März 2006 im Gemeindeblatt der evangelischen Kirchengemeinden Schötmars auf je einer Doppelseite (abermals) vorgestellt; auch diese Serie, die mit der 20. Folge Ende 2009, und damit nach fast vier Jahren, ihr Ende finden soll, erfreute sich großen Interesses.
Auf vielfachen Wunsch hat sich der HVV nun dazu entschlossen, alle Folgen in einem Heft zusammengefasst herauszugeben. Dazu wurden alle Texte vom Verfasser noch einmal durchgesehen und um Quellen- und Literaturhinweise ergänzt. Diese machen deutlich, dass es insbesondere Pfarrer Wilhelm Butterweck (1874-1943) sowie die Lehrer August Müller (1886-1969) und Kurt Wallbaum (1924-2007) sind, denen wir unser Wissen über Schötmars Vergangenheit zu verdanken haben. Mag auch manches inzwischen wissenschaftlich überholt sein, so werden die Erkenntnisse dieser drei herausragenden Heimatforscher doch stets die Grundlage aller weiteren Bemühungen um die Erforschung der Schötmaraner Geschichte bilden.
Das Heft wird den Mitgliedern des HVV zusammen mit dem nächsten Programm kostenlos übersandt, quasi als Jahresgabe (ähnlich dem „Inschriften“-Heft im vergangenen Jahr). Alle übrigen Interessenten können das Heft zum Preis von 5 € über den örtlichen Buchhandel erwerben. Die Auflage der Veröffentlichung, die das nunmehr 5. Heft der Reihe „Bad Salzufler Haus- und Hofgeschichten” darstellt, beträgt 1.000 Stück.
Mitteilung für die Presse zur Jahreshauptversammlung des Heimat- und Verschönerungsvereins Bad Salzuflen (HVV) am 6. Februar 2010 im Maritim
Jahresrückblick
Der Vorsitzende Dr. Stefan Wiesekopsieker erinnerte an die zahlreichen Fahrten und Vorträge, die durch den Verein veranstaltet wurden. Besucht wurden im Rahmen einer Tages-/Halbtagesfahrt u.a. das Kolumba-Museum in Köln, das Bückeburger Schloss, das Porzellanmuseum in Fürstenberg und die Weihnachtsmärkte in Quedlinburg und Goslar; eine mehrtägige Studienfahrt führte die Mitglieder nach Schwerin, Güstrow und Ludwigslust.
Ferner
- setzte sich der HVV für den Erhalt der historischen Bausubstanz und das gewachsene Ortsbild unserer Stadt ein und gewährte Zuschüsse zu denkmalgerechten Sanierungsmaßnahmen, wie z.B. am Haus Schießhofstraße 19
- schloss der HVV die Katalogisierung erhaltenswerter historischer Grabsteine auf den 15 Friedhöfen der Großgemeinde ab und übergab die Dokumentation an den Bürgermeister zur Eintragung der Stätten in die Denkmalliste
- finanzierte der HVV der Stadt Bad Salzuflen den Tag des offenen Denkmals im September 2009 und sorgte mit themenbezogenen Führungen auch für ein attraktives Rahmenprogramm
Die Zahl der Mitglieder liegt bei über 700; der natürliche Verlust an Mitgliedern (Ausscheiden aus Altersgründen, Krankheit oder Tod) konnte ausgeglichen werden; nicht zuletzt sind es die vielseitigen und überaus attraktiven Angebote in den zweimal jährlich verschickten Programmen sowie das enorme bürgerschaftliche Engagement, was neue Mitglieder an den Verein heranführt.
Wie schon bei der letztjährigen Jahreshauptversammlung äußerten sich Mitglieder empört über die völlig misslungene Neugestaltung des Eingangs zum Kurtheater – offenbar ein dauerhaftes Ärgernis.
Der Vorsitzende bedankte sich bei seinen Vorstandskollegen und würdigte deren großen Einsatz für den Verein. Einen Blumenstrauß erhielt Anne Altenhöner, die, obwohl sie nicht dem Vorstand angehört, zusammen mit ihrem Mann mehrere Fahrten organisiert und durchgeführt hat und sich beim Tag des offenen Denkmals engagiert hat. Schatzmeisterin Gerlinde Mohr erhielt von vielen Seiten großes Lob für ihre exzellente Kassenführung.
Vorhaben für 2010
- Durchführung interessanter Fahrten, u.a. zur Meyer-Werft in Papenburg, zum Spargelessen in Telgte und zum Folkwang-Museum in Essen, sowie einer einwöchigen Fahrt nach Weimar – das neue Programm erscheint in den nächsten zwei Wochen.
- Herausgabe einer 44-seitigen Broschüre über „Schötmar in alten Ansichten“
- Durchführung verschiedener Vorträge, u.a. zu Karl Junkers Raumausstattungen und Mobiliar
- Mitgestaltung des Lippischen Orgelsommers im Juli/August 2010
- Organisation des nächsten Tages des offenen Denkmals (September 2010)
Im Anschluss zeigte Dr. Rainer Lübking seinen großartigen Kurzfilm „Das Mittelalter kehrt zurück” über Vitby auf Gotland, der mit viel Applaus bedacht wurde.
Stellungnahme zur Aktion „Stolpersteine” vom 30. Dezember 2009
Brief an den Bürgermeister und den Rat der Stadt Bad Salzuflen
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
seit einiger Zeit ist im Gespräch, auch in Bad Salzuflen so genannte „Stolpersteine” durch den Kölner Bildhauer Gunter Demnig verlegen zu lassen. Der Vorstand des HVV hat sich intensiv mit diesem Vorhaben auseinandergesetzt, an der am 24. September durchgeführten Podiumsdiskussion teilgenommen sowie die Meinung der Bad Salzufler Bürger und Bürgerinnen ermittelt. Die dabei deutlich gewordene Kritik möchten wir Ihnen und den über diese Angelegenheit entscheidenden Mitgliedern des Rates nicht vorenthalten und haben sie in nachfolgender Stellungnahme zusammengeführt:
- Bei der von Gunter Demnig initiierten Aktion handelt es sich primär um eine stark kommerzialisierte „Kunstaktion” (so der Künstler selbst). Das individuelle Gedenken an das einzelne Opfer des Holocausts tritt nicht zuletzt durch die völlig standardisierte, von Gunter Demnig vorgegebene Beschriftung auf dem jeweiligen Stein in den Hintergrund; das Leiden hat aber mehr Daten als Geburt und Tod! Unserer Ansicht nach geht es dem Künstler um die Quantität des Gedenkens („soundsoviele Städte”), nicht um eine Qualität. Dadurch steht mehr der Künstler mit seiner „Kunstaktion” im Mittelpunkt als das Opfer. Warum sollte sich unsere Stadt einer solchen „Kunstaktion” zugunsten eines Künstlers anschließen?
- In Bad Salzuflen gibt es zahlreiche bewährte Orte und Formen des Gedenkens und Erinnerns, die sich in den letzten 20 Jahren unter direkter Mitwirkung der Bürger und Bürgerinnen entwickelt und „etabliert” haben. Zu erinnern ist an die künstlerisch herausragende und überregional gelobte Gedenkstätte in der Mauerstraße, die im Zentrum der Stadt liegt, sowie das gerade erst um die fehlenden Opfer-Namen erweiterte Mahnmal auf dem Jüdischen Friedhof an der Werler Straße. Als Ort des Gedenkens und Erinnerns kann ebenfalls der gut erhaltene Jüdische Friedhof an der Oerlinghauser Straße im Ortsteil Schötmar bezeichnet werden – eine Informationstafel ist dort seit kurzem vorhanden. Zu erinnern ist ferner an die jährlichen, sehr würdigen Veranstaltungen am 27. Januar und am 9. November, bei denen unter großer Beteiligung der Bürgerschaft der Opfer des Holocausts gedacht wird. Jede Stadt hat ihre eigene Geschichte und arbeitet sie unterschiedlich auf, darauf sollte auch weiterhin Wert gelegt werden. Inwiefern erweitern die „Stolpersteine” die bisherigen Veranstaltungen und Stätten? Welchen zusätzlichen „Dienst” leisten sie? Führt die Teilnahme an dieser „Kunstaktion” nicht zu einer Verallgemeinerung des Themas, führt sie nicht sogar dazu, dass unter Hinweis auf die Aktion eine weitere Beschäftigung unterbleibt?
- Innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte ist die Zeit des NS-Regimes für Bad Salzuflen sehr detailliert aufgearbeitet worden. Besonderes Augenmerk wurde auf die an den Bad Salzufler und Schötmaraner Juden begangenen Verbrechen gerichtet. Beachtlich ist die Forschungsarbeit, die zu diesen Themen von Stadtarchivar Franz Meyer und anderen im hiesigen Stadtarchiv geleistet worden ist (vgl. die Beiträge im „Jahrbuch Bad Salzuflen 1998”, im 16. Band von „Panu Derech”, in der „Stadtgeschichte” u.a.). Es dürfte wohl kaum eine weitere Stadt der Größe Bad Salzuflens geben, in der insbesondere zum Leben und Schicksal der jüdischen Minderheit so viele Veröffentlichungen von solch hoher Qualität vorliegen. Wer behauptet, dass erst mit den „Stolpersteinen” endlich(!) das Gedenken und Erinnern in Bad Salzuflen einsetze, zeigt entweder beschämende Unkenntnis oder böswillige Missachtung des Geleisteten. Welche neuen (Forschungs-)Erkenntnisse werden durch die „Stolpersteine” zu Tage gefördert?
- Die „Stolpersteine” werden im Straßenpflaster verlegt, und man kann insbesondere in großen Städten, wie z.B. Lübeck oder Münster, Tag für Tag erleben, wie Tausende und Abertausende diese Steine mit Füßen treten. Niemand hält dort inne, reinigt den Stein vom Straßenstaub und gedenkt des Opfers, von dem er sowieso nicht viel mehr als den Namen und einige dürre Zahlenangaben mitgeteilt bekäme. Eben dieses Missachten, das durch Mit-Füßen-Treten und Herabschauen auf die Opfer noch verstärkt wird, fordert auch viele Juden selbst zu harscher Kritik heraus. Insbesondere Charlotte Knobloch, die Vorsitzende des Zentralrates der Juden, hat sich immer wieder gegen diese ihrer Meinung nach „unerträgliche Form des Gedenkens” ausgesprochen. Sollten nicht auch solche Stimmen, die der Ansicht, etwa des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold, konträr gegenüberstehen, ebenfalls sehr ernst genommen werden? Wird durch diese „Kunstaktion” nicht eher einer erneuten Stigmatisierung („Hier wohnte ein Jude namens ...!”) Vorschub geleistet?
- Nach Gunter Demnigs Aussage soll der Name eines jeden jüdischen Opfers durch einen „Stolperstein” in Erinnerung gerufen werden. Opfer sind nach der Terminologie des Künstlers aber nur diejenigen, die getötet worden sind. Waren die ausgegrenzten und vertriebenen Juden unserer Stadt, die die NS-Herrschaft überlebt haben, keine Opfer der NS-Gewaltherrschaft? Nehmen Sie die Familie Katz aus der Schülerstraße in Schötmar, die nach jahrelanger Drangsalierung, um ihr Vermögen gebracht, mit knapper Not nach England entkommen ist. Vor ihrem früheren Haus würde sich künftig kein „Stolperstein” finden! Wer wollte dem überlebenden Sohn ins Gesicht sagen wollen, dass er und seine Familie keine Opfer waren? Werden durch die „Stolpersteine” nicht Opfer ausgegrenzt?
Auf Grund dieser Überlegungen und Fragen spricht sich der HVV gegen eine Verlegung der „Stolpersteine” in der Großgemeinde aus. Vielmehr sollten die bisherigen Formen der Erinnerungskultur beibehalten und weiterentwickelt werden. Wenn man die Erinnerung an die gewaltsam ausgelöschte jüdische Kultur in unserer Stadt und an die Leiden der Opfer erinnern will, so ist die „Stolperstein”-Aktion unserer Ansicht nach der falsche Weg. Gestärkt werden müsste hingegen die eigentliche Forschung, die Verbreitung der Ergebnisse oder die vermehrte Durchführung von Stadtrundgängen, die an den Lebensorten der Opfer mehr als nur dürre Daten vermitteln. Hierdurch wäre auch die Möglichkeit gegeben, mit Menschen, insbesondere Jugendlichen, ins Gespräch zu kommen, sie direkt zur Erforschung von Lebensschicksalen anzuregen. Dies wäre eine Form lebendigen Gedenkens, während die „Stolpersteine” Schlusspunkte setzen.
Und noch ein Letztes: Wir besitzen in Schötmar mit dem Hinterhaus von Schlossstraße 19, dem so genannten Priesterhaus, ein überragendes und einmaliges Zeugnis jüdischen Lebens in unserer Stadt – der HVV hat vielfach auf die Bedeutung dieses Hauses hingewiesen. Diesem unter Denkmalschutz stehenden, aber dem völligen Verfall preisgegebenen Gebäude sollte unser aller Aufmerksamkeit gelten. Wären die 95 €, die ein „Stolperstein” kostet, nicht besser in den Erhalt dieses Hauses investiert? Wäre hier nicht der ideale Ort für eine Dauerausstellung zum Thema „Jüdisches Leben in Bad Salzuflen und Schötmar”?
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Stefan Wiesekopsieker Brigitte Scheuer Vorsitzender Stellvertretende Vorsitzende
Übergabe der Grabstätten-Dokumentation des Heimat- und Verschönerungsvereins Bad Salzuflen (HVV) an den Bürgermeister der Stadt Bad Salzuflen am 29. Juni 2009
Seit jeher hat sich der HVV für den Erhalt und die Unterschutzstellung von Grabstätten und einzelnen Grabsteinen von historischer oder künstlerischer Bedeutung eingesetzt; in einigen Fällen konnte dies durch die „Herstellung von Öffentlichkeit” oder durch finanzielle Aufwendungen erreicht werden. Leider sind aber auf den Bad Salzufler Friedhöfen in den letzten Jahren zahlreiche wertvolle Grabstätten eingeebnet und die dazugehörigen Grabsteine vernichtet worden. Nicht immer ist seitens der Verantwortlichen sensibel genug mit diesem Kulturgut umgegangen worden.
Um dies in Zukunft zu verhindern, um frühzeitig auf die Bedeutung einzelner Stätten und Steine aufmerksam zu machen, schließlich um zu retten, was noch zu retten ist, hat der HVV im Jahre 2006 beschlossen, eine Dokumentation des Ist-Zustandes zu erarbeiten. Diese Dokumentation, die federführend von den HVV-Vorstandsmitgliedern Renate von Reuter (Dokumentation / Texte) und Ernst Linneweber (Fotos) erstellt worden ist, soll heute der Stadt Bad Salzuflen, vertreten durch den Bürgermeister, übergeben werden.
Erfasst wurden alle 15 kommunalen und kirchlichen Friedhöfe der Großgemeinde Bad Salzuflen, auf denen in den letzen Jahren zahlreiche Begehungen stattfanden. Die als erhaltenswert eingestuften Anlagen wurden fotografiert, die z.T. verwitterten Inschriften buchstabengenau aufgenommen. Anschließend wurden Texte und Fotos auf ein Karteikartenblatt aufgebracht, auf dem zusätzliche Informationen (Bedeutung der Person/Familien für die Großgemeinde) notiert wurden, ggf. nachgewiesen durch Literaturhinweise. Diese Aufgabe versah der Vereinsvorsitzende Dr. Stefan Wiesekopsieker.
Nach Abschluss dieser „Feldforschung”, die sehr viel Zeit in Anspruch nahm, waren etwa 650 Objekte zusammengekommen, die einen Ist-Zustand der als wertvoll beurteilten Substanz dokumentieren. Allein dieser Ist-Zustand dürfte in späteren Jahrzehnten einmal eine wichtige Bilder- und Datensammlung darstellen, die bislang in Lippe einmalig ist. Aus diesem Material wurden schließlich etwa 100 Objekte herausgefiltert, die einen ganz besonders hohen Wert darstellen und die auf keinen Fall zerstört werden dürfen. Im Gegenteil: Diese sollten in die Denkmalliste eingetragen werden – bei einigen wenigen ist dies bereits geschehen.
Der HVV übergibt die Dokumentation der Stadt und verbindet damit folgende Bitten:
- Die Stadt möge die Denkmalwürdigkeit der vorgeschlagenen Objekte prüfen und einen etwaigen Eintrag in die Denkmalliste möglichst bald umsetzen.
- Alle eingetragenen „Denkmäler” und die erhaltenswerten Steine/Stätten sollten mit einer kleinen Plakette versehen werden, die ein Abräumen „aus Unkenntnis” (wie bisher häufig geschehen!!) verhindern soll.
- Grabsteine, die nicht an Ort und Stelle erhalten werden können, sollten auf einer Freifläche auf dem Friedhof aufgestellt werden, aber nicht zerstört werden.
- Die heute übergebene Dokumentation soll nach Abschluss der von der Verwaltung zu leistenden Arbeiten an das Stadtarchiv weitergeleitet werden.
- Wenngleich der HVV bereits durch die Erstellung der Dokumentation große ehrenamtliche, aber auch kostenintensive Leistungen erbracht hat, sagt er zu, auch künftig der Stadt Bad Salzuflen, aber auch den Kirchengemeinden in Fragen des Grabstätten-Erhalts zur Seite stehen zu wollen.
Im Übrigen sei noch auf die jüngst veröffentlichte gemeinsame Erklärung der Fachstellen „Umweltschutz- und Landschaftspflege” und „Baugestaltung und Denkmalpflege” des Lippischen Heimatbundes hingewiesen, die sich ebenfalls mit dem Grabstätten-Erhalt beschäftigt. Den Inhalt dieser Erklärung macht sich auch der HVV voll und ganz zu eigen!
Die Fachstelle Umweltschutz und Landschaftspflege und die Fachstelle Baugestaltung und Denkmalpflege des Lippischen Heimatbundes bitten die lippischen Gemeinden und die Träger der kirchlichen und vereinseigenen Friedhöfe um Folgendes:
- Die gewachsenen historischen Friedhöfe sind zu erhalten
Seit Beginn der Christianisierung, also seit 1200 Jahren, sind die Friedhöfe Kulturstätten von besonderer Bedeutung. Sie sind Teil der Stadt- und Kulturlandschaft Lippes und insbesondere Zeugnis der Friedhofskultur der letzten 200 Jahre. Sie waren und sind Orte von christlicher und sozialer Bedeutung, die zu schützen sind.
- Die Grabstätten und einzelne Grabsteine von historischer Bedeutung sind unter Denkmalschutz zu stellen oder zumindest zu erhalten
Die von Handwerkern und Künstlern der Region geschaffenen Grabanlagen und Grabsteine sind Kulturgüter von historischer Bedeutung. Unternehmer, Wissenschaftler, Bürgermeister, Familien und Geschlechter von besonderem Rang innerhalb der Gemeinde oder der Region und andere Persönlichkeiten haben besondere Ehrungen auch post mortem durch ihre Begräbnisstätte erhalten. Dieses Zeitdokument muss auch nachfolgenden Generationen erhalten bleiben. Sollte dies nicht an angestammter Stelle möglich sein, sollten z. B. die Grabsteine an einem separaten Platz auf der Anlage, z.B. an Mauern oder in der Nähe der Friedhofskapellen aufgebaut werden.
- Die Friedhofsmauern, historischen Kapellen und dazugehörende Gerätehäuser sind unter Denkmalschutz zu stellen oder zumindest zu erhalten
Die historischen Anlagen sind oft von Mauern, Zäunen und Hecken umgeben. Auch sie sind Zeugnis ihrer Zeit und müssen im Zusammenhang mit dem jeweiligen Friedhof gesehen werden. Mauern, oft aus Bruchsteinen, und Hecken sind Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen und sollten deshalb geschützt werden.
- Die Friedhöfe sind als Rückzugsraum für Mensch und Tier zu erhalten
Friedhöfe hatten und haben für die Menschen eine besondere Bedeutung. Sie sind nicht nur Begräbnisstätten, sondern auch Orte des Nachdenkens, der Ruhe und der Besinnung für die Friedhofsbesucher, abseits vom hektischen Treiben der Stadt. Es sind oftmals Parks oder parkähnliche Anlagen, mit seltenen Bäumen und Pflanzen. Es sind Biotope entstanden, die Rückzugsraum für seltene Vögel, Fledermäuse und Insekten bilden. Ökologische Nischen die Ruhe, Frischluft und Grün in der städtischen Umgebung sichern. In einigen Kommunen sind sie von besonderer Bedeutung für das Stadtklima und werden als Frischluftentstehungsgebiet berücksichtigt. Mit ihrer gärtnerischen und landschaftspflegerischen Ausrichtung dienen diese Anlagen aufgrund ihrer Lage, des Bewuchses und der gärtnerischen und landschaftlichen Gestaltung zwischenzeitlich der Erholung der Bürgerinnen und Bürger. Soweit Parks oder parkähnliche Anlagen entstanden sind, sollten Parkpflegewerke erarbeitet werden und/oder zumindest entsprechende Pflegemaßnahmen in der kommunalen Haushaltplanung vorgesehen sein.
- Die auf den Friedhöfen stehenden Ehrenmale sind zu erhalten, zu pflegen und möglichst unter Denkmalschutz zu stellen, zumindest entsprechend zu dokumentieren und zu inventarisieren
Auf historischen Friedhöfen sind Gedenkstätten für die Opfer der Kriege zu finden. Wie vergangene Generationen der in den Kriegen verstorbenen Bürger gedachten, ist Teil der Zeitgeschichte und zu dokumentieren. Die öffentliche Diskussion über die Ehrung der verstorbenen Bundeswehrsoldaten zeigt den Wandel der Zeit sehr deutlich. Die Fachstelle könnte sich vorstellen, dass die örtlichen Vereine sich um die geschichtliche Erfassung bemühen und diese erarbeiten könnten. Dies gilt ebenso für die Ehrenmale, die sich nicht auf dem Friedhof selbst befinden.
- Die in allen Städten vorhandenen Erweiterungsflächen sollten auf ihre Notwendigkeit hin überprüft werden
Die Belegung auf den Friedhöfen zeigt, dass die aufgegebenen Grabflächen als Rasenflächen genutzt werden und gleichzeitig auf benachbarten Erweiterungsflächen Grabfelder angelegt und vom Friedhofsträger in Gänze gepflegt werden. Bevor neue Flächen genutzt werden. sollte die weitere Belegung des alten Friedhofs überprüft werden. Dies gilt selbstverständlich nur. soweit z.B. keine rechtlichen oder tatsächlichen Gründe, wie der Grundwasserschutz oder kommunale Planungen entgegenstehen. Die nicht genutzten Erweiterungsflächen sollten abgegrenzt und nicht mehr intensiv gärtnerisch, sondern extensiv, z.B. als Wiesenfläche dienen. Beeinträchtigungen der Nebenanlagen könnten durch entsprechende Anpflanzungen gelöst werden.
Die Fachstellen wissen, dass die oben aufgezeigten Maßnahmen zusätzliche Arbeit für die Träger der Friedhöfe bedeuten. Unterstützung könnten die jeweiligen Ortsvereine des Lippischen Heimatbundes anbieten. Einige Ortsvereine des LHB haben aber bereits mit kommunalen Friedhofsverwaltungen Pflegeverträge geschlossen. Ähnliche Vereinbarungen könnten auch für die Inventarisierung und Dokumentation der historisch bedeutsamen Grabstätten, Grabsteine und Ehrenmale abgeschlossen werden.
Angeregt wird:
- in Anlehnung an die Broschüre der Stadt Detmold: „Lebensraum Stadt Nr. 18 – Innerstädti-sche Friedhöfe in Detmold”, dass jede lippische Kommune eine Information über ihre histori-schen Friedhöfe erstellt.
- die Erfassung erhaltenswerter Grabanlagen und Gräber zu dokumentieren, in dem Fotos mit Erläuterungen erstellt werden
- Infotafeln auf jedem Friedhof aufzustellen. Dort könnte in einer Karte eine Übersicht der Friedhofsanlage, soweit vorhanden mit den erhaltenswerten und/oder denkmalgeschützten Gräbern und Hinweise auf Flora und Fauna gegeben werden
- zur Bewahrung des jeweiligen Charakters des Friedhofes ein Merkblatt mit Anregungen zur Grabgestaltung zu erstellen. Dieses könnte die Friedhofsverwaltung in Zusammenarbeit mit Friedhofs- und Landschaftsgärtnern und Grabgestaltern erarbeiten. Damit könnten gleichzeitig die Regelungen der Friedhofssatzung den Betroffenen mitgeteilt und eine Hilfe zur Grabgestaltung gegeben werden.
Ziel der Stellungnahme der beiden Fachstellen ist, dass sich Politik, Verwaltung und Bürger sich der vorhandenen, vielfältigen Anlagen mit den unterschiedlichtsten Strukturen bewusst sind, sich mit der Entwicklung auseinandersetzen und das Bewusstsein, diese zu erhalten, entwickeln.
Eine solche Auseinandersetzung sollte zur Überprüfung der Friedhofsordnungen und Friedhofssatzungen führen. Denn wenn es solche gibt, sind sie den Entwicklungen anzupassen aber dann auch deren Einhaltung zu überwachen. Denn die in einigen lippischen Städten stattfindende Diskussion zeigt, dass Verwaltung und Politik tätig werden müssen. Dabei sollen die o. g. Anregungen helfen.
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Bericht über die Jahreshauptversammlung des Heimat- und Verschönerungsvereins Bad Salzuflen (HVV) am 31. Januar 2009 im Hotel Maritim
Jahresrückblick
Der Vorsitzende Dr. Stefan Wiesekopsieker erinnerte an die zahlreichen Fahrten und Vorträge, die durch den Verein veranstaltet wurden. Besucht wurden im Rahmen einer Tages-/Halbtagesfahrt u.a. die Herrenhäuser Gärten, die Chagall-Austellung in Münster, das Widukind-Museum und die Stiftskirche in Enger; eine mehrtägige Studienfahrt führte die Mitglieder nach Goslar im Harz mit Tagestouren nach Quedlinburg und Wernigerode.
Ferner
- setzte sich der HVV für den Erhalt der historischen Bausubstanz und das gewachsene Ortsbild unserer Stadt ein und gewährte Zuschüsse zu denkmalgerechten Sanierungsmaßnahmen, wie z.B. am „Junkerhaus” in Schötmar
- beteiligte sich am Bürgerbegehren der IGBS zur Rettung des Klinikstandortes Parkstraße
- setzte der HVV die Katalogisierung erhaltenswerter historischer Grabsteine auf den Friedhöfen der Großgemeinde fort – in Kürze wird ein Gesamtverzeichnis erstellt sein
- finanzierte der HVV der Stadt Bad Salzuflen den Tag des offenen Denkmals am 14. September 2008 und sorgte mit Stadtführungen zum Thema „Bauforschung” auch für ein attraktives Rahmenprogramm
Die Zahl der Mitglieder liegt bei über 700; der natürliche Verlust an Mitgliedern (Ausscheiden aus Altersgründen, Krankheit oder Tod) konnte in etwa ausgeglichen werden; nicht zuletzt sind es die vielseitigen Angebote in den zweimal jährlich verschickten Programmen sowie das enorme bürgerschaftliche Engagement, was neue Mitglieder an den Verein heranführt.
Kritisiert wurde in der Versammlung das Umfeld des Ostertorkarees und der geplante Abriss der alten Berufsschule an der Schützenstraße. Geradezu empört äußerten sich Mitglieder über die völlig misslungene Neugestaltung des Eingangs zum Kurtheater.
Schatzmeisterin Gerlinde Mohr bezeichnete die Kassenlage als recht erfreulich, rief aber auch zu Spenden auf, um künftig großzügiger Projekte unterstützen zu können.
Vorhaben für 2009
- Durchführung interessanter Fahrten, u.a. zur Spitzweg- Ausstellung in Hannover, zum Nussbaum-Museum in Osnabrück sowie eine einwöchige Fahrt nach Schwerin.
- Herausgabe einer Broschüre über die „Inschriften an Bad Salzufler Häusern”
- Durchführung verschiedener Vorträge, u.a. zum „Jüdischen Leben in Schötmar” als Begleitveranstaltung zur Ausstellung zur Reichspogromnacht im Stadt- und Bädermuseum
- Mitgestaltung des Lippischen Orgelsommers am 16. August 2009 in der Kilianskirche in Schötmar
- Organisation des kommenden Tages des offenen Denkmals (September 2009)
Im Anschluss zeigte Dr. Rainer Lübking seinen preisgekrönten Kurzfilm „Rosen und Ruinen” über Vitby auf Gotland, der mit viel Applaus bedacht wurde.
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Pressemitteilung des Heimat- und Verschönerungsvereins Bad Salzuflen zum geplanten Abbruch der alten Berufsschule in der Schützenstraße
Der Heimat- und Verschönerungsverein Bad Salzuflen kritisiert die Verlautbarungen des Baudezernenten Rolf Oberweis zum geplanten Abriss der früheren Berufsschule an der Schützenstraße. Bereits Anfang August 2008 hatte sich der HVV beim Bürgermeister für den Erhalt des Gebäudes ausgesprochen und darum gebeten, die Verwaltung prüfen zu lassen, ob sich nicht ein Käufer für das Anwesen finden lasse. Leider ist dies, wie sich nun zeigt, nur halbherzig oder gar nicht in Angriff genommen worden. Stattdessen wird das Gebäude der Presse gegenüber schlecht geredet. Da muss sich der Baudezernent die Frage gefallen lassen, wie er es angesichts dieses Zustands verantworten konnte, dass bis vor wenigen Wochen dort noch ein Teil seiner Mitarbeiter ihre Büroräume hatte. Das passt wohl kaum zusammen!
Parallelen zu früheren Fällen (schneller Abbruch der Kartoffelstärkefabrik für einen vermeintlichen ”vor der Tür stehenden” Investor oder die Beurteilung der Gradierwerke an den Tennisplätzen) sind allzu offenkundig. Erinnert sei auch noch an folgenden Fall: Dank einer Unterschriftenaktion Salzufer Bürger wurde der beabsichtigte Abbruch der sog. ”Grauen Schule” 1990 unter Einschaltung des Ministeriums verhindert und das Gebäude in die Denkmalliste eingetragen. Auch dieses stadtbildprägende Gebäude wurde damals als marode dargestellt. Heute sind alle froh, dass es erhalten wurde und einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden konnte.
Der HVV gibt zu bedenken, dass ein Abbruch des Gebäudes mit mindestens 100.000 Euro zu Buche schlagen würde - zu Lasten der Stadt und ohne zu wissen, ob sich dann jemand für das Grundstück interessieren wird. Zumal, wie Oberweis verlauten ließ, ja nicht einmal klar ist, was mit dem Grundstück passieren soll.
Wäre es da nicht besser zu versuchen, das Gebäude zu einem günstigen Preis zu verkaufen? Nur müsste man dies wollen und offensiv die Vorzüge dieses zentral (zum Rathaus und zum Hoffmann's-Gelände) gelegenen Objekts hervorheben: das großzügige Treppenhaus, der Parkettfußboden, die Originalbefensterung, die Raumaufteilung, die Türen, Einbauschränke usw. Die Grundsubstanz des Gebäudes ist noch in Ordnung und bedarf nach 80-jähriger Lebensdauer natürlich einer gründlichen Instandsetzung.
Nebenbei sei bemerkt, dass das Gebäude auch einen stadtgeschichtlichen Wert hat, denn als es 1928/29 gebaut wurde, geschah dies als gemeinsames Projekt der selbständigen Städte Bad Salzuflen und Schötmar. So gesehen ist das damals an der gemeinsamen “Grenze” errichtete Berufsschulgebäude ein vorweggenommenes Sinnbild der Jahrzehnte später erfolgten Großgemeindebildung. Vernünftige, bürgerbezogene Stadtentwicklung sollte auch in Bad Salzuflen endlich mit dem notwendigen Gespür für die Geschichte der Stadt betrieben werden.
Der HVV fordert daher die politisch Verantwortlichen zu einem Umdenken auf: Anstatt das stadtbildprägende Gebäude abzureißen, sollte endlich versucht werden, es zu vermarkten und damit zu erhalten - der Bürgermeister hatte diese Option dem Verein in Aussicht gestellt.
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Heimat- und Verschönerungsverein Bad Salzuflen e.V.
Jahresrückblick zur Jahreshauptversammlung am 9. Februar 2008 im Hotel Maritim
Der Vorsitzende Dr. Stefan Wiesekopsieker erinnerte an die zahlreichen Fahrten und Vorträge, die durch den Verein veranstaltet wurden. Besucht wurden im Rahmen einer Tages-/Halbtagesfahrt u.a. die Marienburg bei Hannover, das Museum für Klosterkultur in Dalheim sowie die Bremer Kunsthalle; eine mehrtägige Studienfahrt führte die Mitglieder in verschiedene Hansestädte an der Ostsee.
Ferner
- setzte sich der HVV für den Erhalt der historischen Bausubstanz und das gewachsene Ortsbild unserer Stadt ein und gewährte Zuschüsse zu denkmalgerechten Sanierungsmaßnahmen, wie z.B. am Haus Bender an der Parkstraße
- setzte der HVV die Katalogisierung erhaltenswerter historischer Grabsteine auf den Friedhöfen der Großgemeinde fort – in Kürze wird ein Gesamtverzeichnis erstellt sein
- finanzierte der HVV der Stadt Bad Salzuflen den Tag des offenen Denkmals am 9. September 2007 und sorgte mit Stadtführungen zum Thema „Jüdisches Leben in Bad Salzuflen bzw. Schötmar” auch für ein attraktives Rahmenprogramm
- unterstützte finanziell eine Veröffentlichung zur Geschichte der Heerser Mühle sowie die Textsammlung „Unser geliebtes Salzuflen” (Erinnerungstexte der Familie Krecke).
Die Zahl der Mitglieder liegt bei gut 750; der natürliche Verlust an Mitgliedern (Ausscheiden aus Altersgründen, Krankheit oder Tod) konnte in etwa ausgeglichen werden; nicht zuletzt sind es die vielseitigen Angebote in den zweimal jährlich verschickten Programmen sowie das enorme bürgerschaftliche Engagement, was neue Mitglieder an den Verein heranführt.
Schatzmeisterin Gerlinde Mohr bezeichnete die Kassenlage als erfreulich und solide, insgesamt schloss das Rechnungsjahr mit einem Plus ab.
Vorstandswahl
Einstimmig gewählt wurden: Dr. Stefan Wiesekopsieker (Vorsitzender), Brigitte Scheuer (stellvertretende Vorsitzende), Gerlinde Mohr (Schatzmeisterin) sowie (neu) Herbert Winkler (Schriftführer). Als Beiräte fungieren künftig: Fritz Altenhöner (bisheriger Schriftführer), Ernst Linneweber, Dr. Rainer Lübking, Karl-Gerd Meyer zu Hölsen, Renate von Reuter und Ingrid Tennie.
Ehrungen
Verabschiedet wurden aus dem Beirat: Rolf Marwede (einige Jahre auch Schatzmeister und leider an der Jhv-Teilnahme verhindert) sowie Renate Hoepke (12 Jahre Mitglied des Vorstands, Organisatorin zahlreicher Fahrten).
Vorhaben für 2008
- Durchführung interessanter Fahrten, u.a. zum Wittekindmuseum in Enger, zu einem Spargelhof in Nienburg, zu den Herrenhäuser Gärten; eine fünftägige Fahrt ist für Anfang September nach Goslar, Wernigerode und Quedlinburg geplant – das neue Programm erscheint in den nächsten vier Wochen.
- Durchführung verschiedener Vorträge, u.a. „Salzuflen 1908” und „Schötmar 1908”
- Organisation und Finanzierung des kommenden Tages des offenen Denkmals (September 2008)
- weitere Informationen über den Verein unter: www.heimatverein-bad-salzuflen.de
Im Anschluss referierte Prof. Dr. Heide Barmeyer-Hartlieb, stellvertretende Vorsitzende des Lippischen Heimatbundes, über die „Gründung des Lippischen Heimatbundes vor 100 Jahren”.
Neuer (engerer) Vorstand zusammen mit einem ausscheidenden Vorstandsmitglied sowie der Referentin (v.l.n.r.): Herbert Winkler (Schriftführer), Gerlinde Mohr (Schatzmeisterin), Renate Hoepke (ausscheidende Beirätin), Brigitte Scheuer (stellvertretende Vorsitzende), Prof. Dr. Heide Barmeyer-Hartlieb (stellvertretende Vorsitzende des Lippischen Heimatbundes), Dr. Stefan Wiesekopsieker (Vorsitzender).
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6. Dezember 2007:
Informationen zur Krecke-Buch-Vorstellung
Bibliografische Angaben
Stefan Wiesekopsieker (Hg.): Unser geliebtes Salzuflen. Erinnerungen der Familie Krecke an ihre Heimatstadt. Rosdorf: Vogtmeier Verlag 2007, 110 S., 70 s/w Abb., ISBN: 978-3-938554-10-4, Preis: 14,95 €

Anlass
In den letzten Jahren hat das Stadtarchiv Bad Salzuflen durch mehrere Schenkungen einen Nachlass „Familie Krecke-Strunk” (Bestand N XII) bilden können. Der Herausgeber ist Bearbeiter des Bestandes; bei der Verzeichnung wurden mehrere Manuskripte entdeckt, die aus der Feder verschiedener Krecken stammten, die über ihr „geliebtes Salzuflen” schrieben. Diese schienen lohnend, veröffentlicht zu werden.
Bedeutung der Familie Krecke
Während zweier Jahrhunderte gehörte die Familie Krecke, die ursprünglich aus dem nördlichen Westfalen stammte und lange in Horn und Heiden ansässig war, zu den einflussreichsten und angesehensten Familien des „alten” Salzuflen. Nachdem 1737 Johann Gottschalk Krecke (1701-1778) von Heiden in die Salzestadt gekommen war, um dort sein Amt als Pfarrer anzutreten, entwickelte sich die Stadt binnen Kurzem zum Hauptsiedlungsplatz der Krecken, zum so genannten Krecken-Nest. In ihrer Hochphase – im 19. Jahrhundert – war die Familie, die sich mittlerweile weit verzweigt hatte, vor allem auf kaufmännischem Gebiet tätig; von nahezu allen wurde eine Landwirtschaft im Nebenerwerb betrieben.
Durch ihre geschickte, aber stets seriöse Geschäftstüchtigkeit sowie die Einheirat in andere führende Familien der Stadt, wie z. B. die Familie Barkhausen, gelang es den Krecken, auch im öffentlichen Leben Fuß zu fassen.
Die Erlangung des Bürgermeisteramtes durch Christian Krecke (1818-1890) im Jahre 1869 kann als der Höhepunkt der weiteren Entwicklung bezeichnet werden. Erst im Verlauf des 20. Jahrhunderts schwand der Einfluss der Familie, nicht zuletzt, weil viele jüngere Familienmitglieder die Stadt verließen, um auswärts ihr Glück zu machen – mit zum Teil gewaltigem Erfolg.
Weltweit lässt sich heute noch eine Reihe Namensträger Krecke finden, die alle zu eben dieser einen Familie gehören sollen.
Inhalt des Buches
Immer wieder zeigten einzelne Krecken großes Interesse an der Geschichte ihrer eigenen Familie. Diese machten sich auf, um ihre Erinnerungen an Familienangehörige und deren Lebensumstände oder an ihre eigene Jugend schriftlich festzuhalten. Zuweilen nahmen sie sich auch eines einzelnen Themas aus der Familiengeschichte an, wie z. B. der Entstehung des Namens und des Wappens. Aus der erstaunlichen Vielzahl solcher Texte gelangen nun acht ausgewählte mit einem deutlichen Bezug zu Bad Salzuflen zum Abdruck.
Die Texte entstanden zwischen 1927 und 1967 und decken – hinsichtlich der eigenen Erinnerungen der Verfasser/innen – im Wesentlichen den Zeitraum zwischen 1850 und 1918 ab. Damit sind sie nicht nur eine wertvolle Quelle der Krecke’schen Familiengeschichte, sondern zugleich der Bad Salzufler Stadtgeschichte der zweiten Hälfte des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts. Denn: Die sechs Autoren und Autorinnen entführen uns in ein schon vor Zeiten untergegangenes Salzuflen und erwecken die alten Familien mit ihren Häusern und Geschäften, die zahlreichen Feste und Feiern, die längst in Vergessenheit geratenen Kinderspiele und Unternehmungen in die Umgebung zu neuem Leben.
Vorherige Drucke / Bebilderung
Einzelne Texte wurden in den 1930er Jahren in den „Krecke’schen Familien-Nachrichten” schon einmal abgedruckt. Diese erschienen jedoch in kleinster Auflage und sind bis auf zwei Serien in Familienbesitz nicht greifbar. Wieder andere Texte lagen bislang nur handschriftlich vor und wurden für die VeröfÂfentlichung vom Herausgeber abgeschrieben. Gelegentlich hatten die VerfasÂser/innen Fotos zu ihren Texten beigegeben. Um die Texte noch anschaulicher zu machen, wurde der Bildbestand für die Druckfassung deutlich aufgestockt, so dass nun 70 Aufnahmen aus der Familie, vor allem aber aus dem Bad Salzuflen der Jahrhundertwende zum Abdruck kommen.
Sponsoren
Zum Gelingen des Buches trugen dankenswerterweise Sponsoren bei, und zwar
- die Stadt Bad Salzuflen
- der Lippische Heimatbund
- der Heimat- und Verschönerungsverein Bad Salzuflen.
Bestellungen
Mitglieder des Lippischen Heimatbundes können das Buch über den Verein zum Vorzugspreis von 12,50 € beziehen. Im Buchhandel ist es für 14,95 € erhältlich.
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Stellungnahme vom 7. Oktober 2007
Abriss der Breder’schen Firmengebäude an der Uferstraße
Mit Bestürzung hat der Heimat- und Verschönerungsverein Bad Salzuflen (HVV) den Abriss der Breder’schen Firmengebäude an der Schötmaraner Uferstraße zur Kenntnis genommen. Insbesondere bedauert der Verein die Vernichtung des ungewöhnlichen Scheddach-Gebäudes, das einst das Hauptgebäude der vor dem Ersten Weltkrieg gegründeten „Bleicherei, Färberei und Appretur-Anstalt Heinrich Breder” darstellte. Durch den Abriss wurde ein altes „Industrieviertel” für immer zerstört, denn die Breder’sche Fabrik bildete zusammen mit der davor liegenden ehemaligen Keksfabrik Dedert sowie der zumindest noch in Umrissen zu erkennenden früheren Möbelfabrik Kramer ein Ensemble, das bislang die einstige Bedeutung Schötmars als Industriestadt erfahrbar machte.
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In diesem Zusammenhang fühlt sich der HVV an den Abbruch der ebenfalls stadtbildprägenden Gebäude der Hoffmann’s Stärkefabriken vor mehr als zwölf Jahren erinnert. Erstaunlicherweise gibt es heute nicht wenige, die – inzwischen geläutert? – vor allem den Abriss des charakteristischen Uhrenturms bedauern. Seine Fläche ist ebenso wenig wiederbebaut worden wie die der Kartoffelstärkefabrik, die 2000 unbedingt für einen „vor der Tür stehenden Investor” abgebrochen werden musste.
Der HVV verkennt keineswegs die Investitionsleistungen privater Unternehmer! Der Verein fragt sich allerdings, ob mit diesen immer eine Zerstörung geschichtsträchtiger und daher erhaltenswerter Bausubstanz einhergehen muss. Andere Städte machen es uns vor, dass es auch anders geht, indem alte Industriebauten einer neuen Nutzung zugeführt werden (Bielefelder: Ravensberger Spinnerei, Lemgo: Möbelfabrik Schlingmann usw.). Fehlen hiesigen Orts geschichtsbewusste Unternehmer und Kommunalpolitiker bzw. kreative Architekten, um ähnliche Wege zu beschreiten?
Zum Bild: Die Breder’schen Gebäude mit dem charakteristischen sägezahnförmigen Dach (Scheddach) an der Uferstraße, um 1925 (Foto: privat).
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